Kanalsanierung in Bremen von der Waterlappe bis zur Kläranlage

Vor der Ausschreibung und Durchführung der Baumaßnahme mussten im Vorfeld Daten ermittelt werden. Dazu gehörte die Ausführung von 3 Durchflussmessungen und 1 Niederschlagsmessung über einen Zeitraum von 1 Monat (13.05.2016 – 13.06.2016). Die Messungen dienten als Datenbasis für die Dimensionierung der Abwasserpumpen und des Rohrquerschnittes der Wasserhaltung. Das Ergebnis der Messungen beinhaltete, dass bei einer Schlechtwetterperiode Wassermengen bis zu 675 Liter/sec umgeleitet werden müssen.

Die Haltungen des aus verschiedenen Kanalprofilen zusammengesetzten Mischwasserkanals wurden aus dem Material Beton im Jahre 1970/1976 erstellt. Im August 2009/November 2016 wurden die Sammler befahren und es wurden diverse Mängel, welche nach ATV-M 143-2 beurteilt worden sind, festgestellt. Die Schäden bestehen hauptsächlich aus Verschleiß des Betons in der Sohle, am Kämpfer und im Scheitel (Innenkorrosion), Undichtigkeiten an Muffen durch größere Ringspalte und Lage-Abweichungen. Zudem existieren an einigen partiellen Stellen Abplatzungen und Wurzeleinwüchse sowie Verwurzelungen.

Damit die Inliner-Sanierung erfolgreich durchgeführt werden kann, müssen bei den Schachtbauwerken die Abdeckplatten, Konen und Schachtringe aufgenommen und  erneuert werden. Die Gerinne und Bermen der Schachtbauwerke sind teilweise auszustemmen und zu erneuern. Die Schachtinnen- und Außenwände sowie Gerinne und Bermen werden mit einem Spezialverfahren abgedichtet.

Außerdem mussten Zuwegungen und Anrampungen hergestellt werden, um die Schachtbauwerke anfahren und die Inlinersanierung durchführen zu können.

Auf Grund der Vorarbeiten, Aushärtezeiten der Inliner-Schläuche und der Arbeiten an den Schachtbauwerken wird eine komplette Sanierung ca. 3 Wochen dauern. Daher musste  eine aufwendige Wasserhaltung installiert werden. Die Wasserhaltung besteht aus einer PE –verschweißten Leitung DN 400 und mehreren Pumpen, um die ankommenden Abwässer zur Kläranlage zu transportieren.

Als Schlauchliner werden GFK-Liner mit einem hohen Glasfasergehalt mit entsprechender DIBt Zulassung verwendet

ca.         146 m Eiprofil DN 600/900 mm

ca.         352 m Eiprofil DN 700/1050 mm

Der Liner wird in 5 Abschnitten in einer Länge von 55 bis 160 m eingebaut. Dabei wird zuerst  ein Stahlseil zusammen mit der PE-Schutzfolie durch das Rohr bis zum Startschacht gezogen.
Der Liner wird lichtgeschützt in einer Transportkiste angeliefert, am Startschacht platziert, mit dem Seil der Winde verbunden und mit Hilfe der Winde bis zum Zielschacht eingezogen.
Die Linerenden in den Schächten werden mit speziellen Systemen zur Abdichtung mit auswechselbaren Verschlusskappen ausgerüstet, die eine Durchführung des Zugseils und des Versorgungskabels zulassen. Der Lampenzug wird in den Startschacht hinabgelassen und in den Liner eingeführt. Dort wird der Lampenzug mit dem Zugseil befestigt, das bereits werksseitig im Liner platziert wurde. Der Liner wird mit Druckluft bei min. Druck von 0,5 bar "aufgeblasen" und somit gegen die Altrohrwandung gedrückt (Kalibrierung). Nach der Kalibrierung wird die UV-Lichtquelle durch den Liner gezogen. Die UV-Licht-Strahler starten den Aushärteprozess des Liners. Die Lichtquelle wird gleichmäßig mit einer genau definierten Geschwindigkeit durch den Liner gezogen. Alle wichtigen Qualitätsdaten werden mit Hilfe eines Computers aufgezeichnet.

Nach der Aushärtung wird die Innenfolie aus dem Liner entfernt und die Enden bündig zum Schacht abgeschnitten. Anschließend wird eine Dichtheitsprüfung durchgeführt. Als letzter Schritt wird die Wasserhaltung abgebaut und die Baustelle geräumt.